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Lesestapel 3 – 3. Zwischenbericht

5. Januar 2012

Was ist das Gedächtnis?

Eric Kandel ist der bedeutendste Gedächtnisforscher der Welt. Er vertiefte sich in die Lektüre Sigmund Freuds und entdeckt den einzig erfolgversprechenden Ansatz zum Verständnis des Geistes: Um Psychoanalytiker zu werden, muss man Medizin studieren.

Mit Hilfe einer Meeresschnecke erforscht er das Gedächtnis. Nur 20000 im Vergleich zu 100 Milliarden Nervenzellen beim Menschen funken in ihrem Gehirn. Manche der Zellen sind mit bloßem Auge zu erkennen.

Was ist Gedächtnis und Erinnerung?

Erinnerung kann man nicht nach Gutdünken kontrollieren. Man kann das Erinnerte nicht mal mit Absicht vergessen. Unser Gedächtnis speichert keine Wörter und keine Sätze in unserem Gehirn, sondern wir speichern die Bedeutungen, die die Dinge für uns haben. Es speichert keine Daten wie ein Archiv oder eine CD-ROM.

Hirnforscher teilen das Gedächtnis in ein ausdrückliches (speichert bewusst Erlebtes und Durchdachtes ab) und ein verborgenes Gedächtnis (speichert Dinge von denen wir nicht wissen und merken) , in Bewusstsein und Unterbewusstsein.

Das ausdrückliche Gedächtnis besteht aus einem

episodischen Gedächtnis,
begleitet uns durch unseren bewussten Alltag: was mich bewegt und beschäftigt,

einem Faktengedächtnis,
speichert Kochrezepte, Kontonummern, Zugverbindungen, ….

Vertrautheitgedächtnis,
sagt mir, ob mir etwas bekannt vorkommt.

Zu den geheimnisvollen Fragen gehört noch eine zweite Entscheidung des Gedächtnisses. Es unterscheidet nach wichtig und unwichtig. Bei der Wahrnehmung ist das Neue und Ungewöhnliche besonders wichtig. Was als hinreichend wichtig erkannt wird, speichert das Gedächtnis mit Absicht. Aber wer bestimmt was wichtig ist? Das kann sowohl einen bewussten als auch einen unbewussten Ursprung haben. Das ausdrückliche und das verborgene Gedächtnis lassen sich also nicht sauber trennen.

Es gibt im Gehirn auch keinen Ort, an dem eine Festplatte namens Gedächtnis eingebaut ist. Es gibt keine Region Kurzzeitgedächtnis und auch kein Areal Langzeitgedächtnis. Das ausdrückliche und das verborgene Gedächtnis haben auch keinen sichtbaren Wohnsitz. Und wie konnte Eric Kandel das Kurzzeitgedächtnis der Meeresschnecke erforschen und dabei beobachten können, wie sich die Synapsen beim Lernen ausdehnen?

Der von Kandel untersuchte biochemische Mechanismus läßt sich an sehr vielen verschiedenen Nervenzellen zeigen. Die entscheidende Leistung war zu zeigen, wie die Erfahrung eine Spur im Gehirn hinterlässt, nämlich veränderte Synapsen.Und in der Tat werden die Synapsen aller Tiere abhängig von ihren Erfahrungen ständig umgestaltet. In den 80er Jahren entdeckte er hierbei das Protein CREB. Wird CREB in einer Nervenzelle des Gehirns ausgestoßen, vergrößert sich die Anzahl der synaptischen Verbindungen. Die Synapsen werden beim Kurzzeitgedächtnis effizienter, das Langzeitgedächtnis dagegen entsteht nicht durch qualitative Verbesserung innerhalb der Synapsen, sondern dadurch, dass durch CREB die Zahl der synaptischen Verbindungen wächst.

Fortsetzung folgt

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