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Lesestapel 3 – 9. Zwischenbericht

22. Januar 2012

Hat die Natur einen Sinn?

Darwin: “ Die Natur macht“. Vor allem Biologen haben Probleme mit der Vorstellung, dass alles in der Natur wohlgeordnet, schön und zweckmäßig sein soll. Immerhin kennt die Geschichte unseres Planeten fünf geologische Desaster im Übergang der Erdzeitalter mit furchtbaren Massensterben von Pflanzen und Tierarten.

Die Tendenz der Biologen geht deshalb heute dahin, die unbedingte Zweckmäßigkeit vorsichtig zu relativieren. Das neue Zauberwort heißt Selbstorganisation. Organismen entwickeln sich im Austausch mit ihre Umwelt. In diesem Rückkopplungsprozess mit dem Rest der Welt erfindet sich die Natur permanent neu.

Was ist Liebe?

Der alte mittelhochdeutsche Begriff Liebe, der ursprünglich Gutes, Angenehmes, Wertes bedeutet, muss genau genommen zerlegt werden. Gemeinsam ist der elterlichen Liebe im Tierreich und unter Menschen, der geschlechtlichen Liebe, der geschwisterlichen Liebe und der freundschaftlichen Liebe nur, dass sich der Liebende zu einem anderen Lebewesen intensiv hinwendet, dass er jemanden in sein Herz schließt. Dabei lassen sich sinnliche und geistige Liebesempfindungen, komplexere Liebesgefühle und auch ein moralischer Imperativ unterscheiden, wie etwas das christliche Gebot: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“.

Der Begriff Liebe ist in der Biologie nicht definiert. Mutiger sind die Hirnforscher. Eine Schlüsselrolle bei der Verliebtheit spielt das Hormon Oxytocin. Wenn Frauen und Männer sich beim Sex aneinander berauschen, wird bei beiden Oxytocin freigesetzt. Seine Wirkung ist vergleichbar mit der eines Opiats. Dass Oxytocin-Rezeptoren einen wichtigen Einfluss auf die Bindungslust und Bindungsfähigkeiten von Menschen haben, gilt heute als sehr wahrscheinlich.

Drei Jahre Verliebtheit gilt als das Maximum der Gefühle, drei bis zwölf Monate als der Durchschnitt. Bei vier Jahren partnerschaftlicher Bindung liegt laut internationaler Statistik die durchschnittliche Scheidungszeit. Für den Erfolg der Partnerschaft zählt jetzt nur noch das Oxytocin.

Was ist Freiheit?

Wir sind in gewisser Weise frei, denn wir bestimmen uns durchaus selbst. Diese Freiheit wird allerdings von unseren Erfahrungen eingeschränkt. Der Mensch ist sein eigener Rahmen. Aber innerhalb dieses Rahmens sind Veränderungen durchaus möglich.

Eine Welt, in der alle Menschen sich nach ihren eigenen Wünschen radikal selbst verwirklichen, wäre wohl kein Paradies. Die vielen äußeren Zwänge geben vielen Menschen Stabilität und Sicherheit.

Brauchen wir Eigentum?

Wichtig ist die Vorstellung von Eigentum nur, wenn andere Menschen ins Spiel kommen. Es ist ein Vertrag unter Menschen. Eigentum ist ein komplexe Sache, die aus Rechten und Pflichten besteht.

Noch nie gab es in der Geschichte der Menschheit eine Gesellschaft und einen Lebensstil, der sich in einem solchen Maße über den Erwerb von Eigentum definiert hätte, wie es heute in der industrialisierten Welt der Fall ist.

Die Frage „Was ist Eigentum?“ ist nicht nur eine juristische, sondern auch eine psychologische Frage. Eigentum bietet eine vergleichsweise stabile Möglichkeit, sich emotional auszudehnen. Der Preis, den das Streben nach Eigentum dem Eigentümer selbst abverlangt, ist eine stark vernachlässigte Frage der Psychologie.

Hinweis: Die Zwischenberichte bestehen fast ausnahmslos aus Originalsätzen aus dem Buch: Lesen, unterstreichen, weiter lesen, zurückblättern, aussuchen, schreiben, bloggen.

Fortsetzung folgt …. nur noch einmal

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From → Buch

2 Kommentare
  1. Wer liest so was? Obwohl, es ist interessant und wenn man beginnt darüber nachzudenken, dann …. merkt man, dass die Zeit nicht reicht! So iss es, aber interessant, das muss ich sagen. Ydu * … nach dem Kreischen der Säge, was zum Runterkommen … 😉

    • Es war auch interessant. Die 34 Kapitel sind jeweils zwischen sechs und 15 Seiten lang. Das liest sich fast schon zwischendurch. Und nachdenken bzw. reflektieren während der Arbeit.
      C.H.

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