Skip to content

Lesestapel 3 – 10. und letzter Zwischenbericht

23. Januar 2012

Was ist gerecht?

John Rawls (1921-2002) legte in seiner Schrift „Eine Theorie der Gerechtigkeit (A theory of justice)“ Regeln der Gemeinschaft nach Prinzipien der Fairness fest: Was fair und für alle gut ist, ist auch gerecht! Und eine Gesellschaft, die so ist, wie freie und gleichgestellte Menschen sie sich selbst ausdenken würden, ist eine faire und gerechte Gesellschaft. Eine Gesellschaftsordnung sei also dann gerecht, wenn jeder dieser Ordnung zustimmen könnte, und zwar bevor er weiß, welchen Platz er in der Gesellschaft einnehmen wird. Das erste Prinzip lautet dabei: In einem freien Staat haben alle Bürger die gleichen Grundfreiheiten. Das zweite Prinzip lautet: Soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten lassen sich zwar nicht vermeiden, aber diese Ungleichheiten sind nur dann akzeptabel, wenn die am wenigsten begünstigten Personen immer noch den größtmöglichen Vorteil davon genießen.

Rawls Urzustand entspricht dem Modell einer kultivierten Kooperative (Schweiz?). Die Gerechtigkeit wird bestimmt durch Chancengleichheit und durch den sozialen Ausgleich. Was gerecht ist, ist gut für viele. Vernünftig, abwägend, folgerichtig und gerecht entwirft der Verfassungsgeber eine allgemein gültige Ordnung, die auf die Bedürfnisse von nahezu jedermann und jeder Frau Rücksicht nimmt.

Was ist ein glückliches Leben?

Nicht Wohlstand und Geld, nicht einmal Alter, Geschlecht, Aussehen, Intelligenz und Bildung entscheiden über unser Glück. Wichtiger sind Sexualität, Kinder,Freunde, Essen und Sport. Am allerwichtigsten sind dabei die sozialen Beziehungen.

Vertraut man dieser Skala, so leben die meisten Menschen im reichen Westen mit ihren Geldwerten falsch: Sie treffen systematisch Fehlentscheidungen. Sie streben nach einer Sicherheit, die sie wahrscheinlich nie wirklich erlangen. Sie opfern ihre Freiheit und ihre Selbstbestimmung für ein höheres Einkommen. Und sie kaufen Dinge, die sie nicht brauchen, um Leute zu beeindrucken, die sie nicht mögen, mit Geld, das sie nicht haben.

Glücksgefühle sind eine sehr komplizierte Sache. Einmal stehen sie für extrem positive Emotionen, für größte Freude, Begeisterung und Entzücken. Zum andere kommen große Leistungen des Bewusstseins hinzu: eine positive Sicht der Dinge und der Umgebung und eine ebenso positive Wahrnehmung und Erinnerung.

Die Sängerin Edith Piaf trennt in Gegensatz zu Immanuel Kant Glück und Moral: „Moral ist, wenn man so lebt, dass es gar keinen Spaß macht, so zu leben“.

Glück ist eine Angelegenheit des individuellen Genusses, eine Angelegenheit der Wünsche, die man hat, und das Erreichen bestimmter Dinge aus einer Liste erstrebenswerter Ziele.

Ist Glück lernbar?

Epikur (griechischer Philosoph, geboren ca. 341 v. Chr.) definiert das dauerhaftes Glück so: „Von allem, was die Weisheit für die Glückseligkeit des ganzen Lebens bereitstellt, ist der Gewinn der Freundschaft das bei weitem Wichtigste“. Epikur erkannte das untrennbare Zusammenspiel von Körper und Geist, Physis und Psyche. Psychologen und Epikur sagen übereinstimmend: „ Glück kann und muss aktiv hergestellt werden“. Wie? Durch Aktivität, sozial leben, Konzentration, realistische Erwartungen, gute Gedanken, die Suche nach Glück nicht übertreiben und Freude durch Arbeit.

Hat das Leben einen Sinn?

Die Frage nach dem Sinn des Lebens kann nur subjektiv beantwortet werden.
Richard David Precht schlägt vor: „Bleiben Sie neugierig, realisieren Sie Ihre guten Ideen, und füllen Sie Ihre Tage mit Leben und nicht Ihr Leben mit Tagen.

Advertisements

From → Buch

Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: