Skip to content

AUF DEN ERSTEN BLICK

25. Februar 2012

Das Wetter war diesig. Ab und zu musste ich den Scheibenwischer betätigen. Dann auf dem Kundenparkplatz des Einkaufsmarktes angekommen, ist mir die Dame beim Aussteigen aus ihrem Auto sofort aufgefallen. Schwarz haarig, schlank, nicht geschminkt , gedeckt angezogen und die Umgebung absuchend. Während ich noch mit der Aussteigeprozedur und dem Einkaufswagen holen beschäftigt bin, ist sie offenbar schon vom Markttreiben verschluckt worden.

Einkaufen gehen verleitet einen leicht zur Hetzerei. Durch die Ansammlung von Menschen, die das gleiche tun, scheint man zu vergessen, dass die Freizeit am Abend oder am Wochenende ausreicht, um in Ruhe durch die Menge zu schlendern und die gesuchte Ware im Regal oder an der Theke zu bekommen. Einreden muss ich mir das nicht mehr so oft. Ab und zu ist jedoch notwendig.

So auch heute. Ich weiß nicht warum. Kein Feiertag im Anmarsch, die kirchlichen Feste gibt es erst Ende März, Anfang April. Und trotzdem war heute keine Ruhe im Marktgeschehen. Auch die Dame vom Parkplatz mischte mit. Wie ein Habicht sticht sie im Regal nach der Ware, keine Zeit zum Warten bis der Platz frei, dazwischen drängend, nur schnell,schnell, schnell.

Ebenso in der Nachbarabteilung, bei dem Obst und Gemüse. Alles betatschend, wird vieles erst einmal in die Hand genommen, gedrückt, zurück gelegt, das nächste genommen, gedrückt, ein paar mal hin und her gedreht und wieder in den Korb gelegt.
Und die Dame vom Parkplatz mit ihrer Hast und Eile mittendrin. „Blöde Kuh“ habe ich gedacht, „du warst mir auf dem Parkplatz schon unsympathisch“.

Wie wohltuend war das letztlich in Italien. Am Anfang jedes Obst- und Gemüsestandes liegen Folienhandschuhe, ähnlich im Material den Tüten für den Salat und dem losen Obst und Gemüse, mit denen die Kunden die Ware unbesorgt in der Hand prüfen können.

Auf meinen ersten Blick kann ich mich verlassen.

Advertisements

From → Leben

5 Kommentare
  1. Ich fühle mich erkannt. Tatsächlich, beim Einkaufen hat man immer Eile, und meist ohne Grund … Wieso nur?

    • Tja, das frage ich mich auch immer. Von der knappen Mittagspause abgesehen, gibt es keinen vernünftigen Grund. Trotzdem wird man in der Warteschlange, wie heute morgen an der Fleischtheke, immer nervös. Obwohl genug da ist. Ich habe sogar im Mutterland der Buswarteschlange, in London, gedrängelt. Furchtbar.
      C.H.

  2. Eile habe ich mir beim Einkauf längst abgewöhnt. Ich genieße es mittlerweile, mir Lebensmittel auszusuchen. Nicht alles zu begrabschen, sondern alles mit Ruhe zu erleben. Wenn jemand so hektisch an mir vorüber hastet, tut er oder sie mir eher leid. Stress ist nicht gesund ;o)

    Liebe Grüße, Emily

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: