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Junges Ding

4. März 2012

Mein alter Kumpel und Freund „Lui“ wandelt.

Gestern habe ich ihn im Garten- und Hobbymarkt getroffen. Kaum ist es März, beginnt in den Märkten die Gartensaison. Man könnte meinen, es gibt etwas umsonst. Schon auf dem Parkplatz hat man es gesehen. An den  Kassen ebenso. Auf dem Weg zum Schnellzement, ich muss einige Froststellen am Nebengebäude ausbessern, habe ich „Lui“ stehen sehen, etwas unschlüssig, zugegeben, aber irgendwie gut gelaunt.

Er hat mich auch gleich gesehen. „Hallo CPunkt, was macht die Liebe?“  „Äh, habe ich was verpasst? Gibt es etwas für „vom Hocker zu fallen“? Nö, kein Ungemach im Anmarsch“, dachte ich so bei mir. Kaum stand ich vor ihm, noch vor dem Hände schütteln, begann er: „Mir geht es blendend. Ich könnte Bäume ausreißen …“, weiter ließ ich ihn nicht kommen und sagte: „Das liegt am ausklingenden Winter. Du siehst doch, wie es hier aussieht. Alles voll. Die Gärten müssen auf Vordermann gebracht werden. Wer jetzt in den nächsten sechs, acht Wochen seine Arbeit am und ums Haus macht, der kann den ganzen Sommer dem Treiben zusehen.“ „Lui“ guckte mich an und erwiderte: „Was du wieder denkst. Du denkst nur an die Arbeit. Du bist zu praktisch. Du vergisst das Leben. Das Leben ist so schön!“

„Stimmt „Lui“, das mit dem Leben ist so. Ich genieße auch jeden Tag, von früh bis spät“. „Ja Cpunkt, du hast Recht. Das meine ich aber nicht. Ich meine …“, er zögerte kurz und vollendete „… die Liebe, ich meine das Verliebt sein“.
Ich guckte ihn an – wie sagt meine Madame immer: „Wenn die Augen strahlen, ist was im Busch“. Ich weiß nicht, ob die strahlten.
„Du alter Esel, jetzt übertreibe mal nicht. Bestimmt hat dich vorhin an der Bushaltestelle ein hübsches Mädchen nach der richtigen Buslinie gefragt. Und schon weckt das schöne Wetter Frühlingsgefühle in Dir. Du glaubst, dass jedes Mädchen auf Dich steht. Das würden die vielleicht bei mir machen, aber nicht bei Dir“, sagte ich scherzend.

„Du Schwätzer. Nein, glaube mir, ich habe Eine kennen gelernt. Ein bisschen jünger als ich, das gebe ich zu. Sie passt gut zu mir“.“Seit wann kennt ihr euch?“, wollte ich wissen. „Seit drei Wochen“, kam die Antwort. „Ach so, das kommt dir vor, als wären es drei Jahre und Du glaubst, ihr seid für einander gemacht. Dann schieß mal los: Wie alt, wie viele Kinder, wie viele …?“
„Sie ist Mitte zwanzig“ erzählte er stolz. „Oh, du lieber Gott! Was sagen „Mona“ und „Stephanie“ dazu. Die Stiefmutter ist jünger als Deine Kinder. Na, haben sie Dir die Hölle heiß gemacht?“ „Die wissen noch von nichts“, meint er etwas verlegen. Ich stellte mich kerzengerade hin und sagte überlegen:“ Stephanie gibt Dir Zunder, mein Lieber, die macht Dir die Rübe runter. Zieh dich warm an. Hat das junge Ding überhaupt Arbeit“?

„Natürlich! Was denkst Du denn?“

Ich will mal sehen, wie er das seinen Töchtern beibringt. Auf die Reaktion bin ich gespannt. Dieser Hund, dieser Elende, reißt sich ein junges Ding auf und gibt an wie eine Tüte voll Mücken.

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From → Liebe

10 Kommentare
  1. Tja, Männerträume … auch nicht immer einfach … YDu 😉

  2. Wobei jünger nicht unbedingt „besser“ sein muss! Nicht alles, was toll klingt … YDu 😉

  3. Nun ja, leben und leben lassen, jeder wie er mag 😉

    LG Mathilda

  4. Arnold Bathurst permalink

    Sorry, aber auch hier musste ich herzlich lachen beim Lesen. Es ist alles, wenigstens für mich, ziemlich lustig geschrieben, mit einem Schuss Menschverachtung und Selbstironie. Gefällt mir echt gut. Habe deinen Blog abonniert.

    MfG

    Arnold Bathurst

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