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Cremia

17. März 2012

Cremia

So hieß das kleine Villagio am Comer See. Auf der Fahrt von Basel nach Mailand beginnt unmittelbar nach der schweizerisch-italienischen Grenze der Lago di Como. An der Abfahrt Como kann man einen Blick zum Lago erhaschen. Der See zieht sich etliche Kilometer in nordöstlicher Richtung am Fuße der Alpen entlang.

Viel Platz war nicht zwischen See und den Gebirgshängen. Zwischen Menaggio und Dongo liegt Cremia. Am Seeufer gab es einen Campingplatz. Ich könnte so vierzehn oder fünfzehn Jahre alt gewesen sein, als wir auf dem Platz drei Wochen gecampt haben. Die Eigentümer hießen Elsa und Francesco.

Elsa hat genau so ausgesehen, wie eine typische italienische Mama. Zwei Töchter hatten sie. Irene, so alt wie ich, schwarzes, schulterlanges Haar, hat schon sehr fraulich ausgesehen. Ihre Schwester war wenige Jahre jünger, blond, Figur wie ihre Mama, laut und temperamentvoll. Die ganze Familie sprach hervorragend unsere Sprache.

Mit Irene habe ich mich angefreundet. Wir verstanden uns von Anfang an. Sie hat mir den Treffpunkt der Dorfjugend gezeigt. Vom Campingplatz am See aus, zwei Kurven den Berg hoch, auf der Seeseite mit einer nicht zu hohen Mauer befriedet, traf man auf die Seestraße. Das eigentliche Dorf siedelte am Gebirgshang. Gegenüber der Straßeneinmündung befand sich eine Eisdiele, die von der einheimischen Jugend als Treffpunkt auserkoren war. Zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Motorroller fanden sie sich vor der Eisdiele ein. Die schon etwas älteren Jungs, die mit Führerschein, parkten ihre Autos, meistens FIAT 500, seltener einen ALFA ROMEO GIULIA und einen einzigen LANCIA FULVIA an der steilen Straße hinauf zum Dorf.

Was war das jeden Abend ein Treiben. Die ganze Dorfjugend und die jungen Leute vom Campingplatz waren hier versammelt. Zuerst hat sich Campingplatzjugend auf die vom See hoch führende Straßenmauer gesetzt. Nach und nach haben sich Gruppen gemischt und miteinander palavert.

Die drei Wochen vergingen wie im Flug.

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From → Leben

4 Kommentare
  1. Liest sich aber sehr lebhaft und voller Freude.
    Schön!!

    LG Mathilda ♥

    • Es war ein richtig schöner Urlaub und schon ganz lange her. Immer mal wieder erscheint dieser Urlaub vor meinem geistigen Auge. Der Comer See war mir immer schon lieber als der Gardasee.
      C.H.

  2. Das sind tolle Erinnerungen an eine schöne Zeit! Leider war ich bisher noch nie dort, aber am Comer See und Umgebung würde ich gerne mal eine Weile aushalten.

    Liebe Grüße und eine schöne neue Woche, Emily

    • Die Reise würde sich lohnen. Der Gardasee ist ziemlich deutsch, auch in der Sprache. Das ist hier am Comer See nicht so. Und, Mailand ist grad‘ um die Ecke, Lugano, in der Schweiz, auch.
      C.H.

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