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Lesestapel 8 – Jesus liebt mich

17. März 2012

DAVID SAFIER – JESUS LIEBT MICH

Sonderausgabe Februar 2012

Veröffentlich im Rowohlt Taschenbuch Verlag,
Reinbek bei Hamburg, November 2009

 

 

 

Jesus kommt zum finalen Kampf zwischen dem Guten und dem Bösen auf die Erde.

Marie, die Hauptdarstellerin, wollte eigentlich kirchlich heiraten: „Marie!“, sagte Pastor Gabriel mit durchdringender Stimme. Erschrocken blickte sie zu ihm: „Ja, hier!“ „Ich habe dir eine Frage gestellt“, sagte er. „Klar, klar … habe ich gehört“, flunkerte sie. „Und willst du sie vielleicht beantworten?“ „Nun ja, warum nicht?“ „Ähm, wie war noch mal die Frage?“ „Ob du Sven heiraten willst?“ Die halbe Kirche lachte, die andere war entsetzt. „Entschuldigen sie, ich war in Gedanken“, erklärte sie kleinlaut. „Und, an wen hast du gedacht?“ „An Jesus“, sagte sie wahrheitsgemäß.

Marie lernt Joshua (Jesus) in ihres Vaters Haus kennen: „Marie, darf ich dir Joshua vorstellen? Er ist so nett und wird den Dachstuhl reparieren.“ Ein mittelgroßer Mann in Jeans, Hemd und Wildlederboots trat hinzu. Er hatte einen etwas südländischen Teint, lange, leicht gewellte Haare und eine stylishen Bart. Für eine Zehntelsekunde sah er ein bisschen aus wie einer von den Bee Gees.

Szene am Malenter See: Während sich Marie und Kata vom Malenter See entfernten, schwamm der schwarze Schwan ans Ufer, schüttelte sein feuchtes Gefieder und verwandelte sich in George Clooney. Er überlegte sich die letzten hundert Jahre und meinte, wie sehr er sich auch anstrengte, die Menschen waren auch viel, viel besser darin, sich die Hölle auf Erden zu bereiten, als er, Satan.

Dreißig Jahre vor Jesus kommt der Erzengel Gabriel auf die Erde. Gabriel opfert sich. Einige Menschen opfern für die Liebe ihre Ehe, andere ihren Beruf und wiederum andere ihr Nervenkostüm. Vor dreißig Jahren opferte er nicht nur seine bisherige Existenz, sondern auch solche nicht zu verachtende Dinge wie seine Flügel und seine Unsterblichkeit. All das, weil er sich als Engel in eine Sterbliche verliebt hat. Er war ein Erzengel. Der Erzengel Gabriel. Der Vorsteher aller Engel.
Die Engel wussten ja schon immer, dass Gott einen ungewöhnlichen Sinn für Humor hatte, aber erst jetzt als gewöhnlicher Mensch auf Erden, natürlich als Pfarrer, entfaltete sich Gottes Humor für Gabriel in seiner ganzen Bandbreite: Dass Menschen nach dem Prinzip der Säge miteinander Sex haben.

Natürlich verlieben sich Marie und Joshua (Jesus) ineinander. Er kommt ganz cool rüber. Marie bringt ihn davon ab nach Jerusalem zu reisen, um gegen Satan und seine apokalyptischen Reiter zu bestehen. Seine Gegner finden ihn aber.

Ja, so könnte sich Jesus verhalten ab. Ein cooler Typ. Gelassen in jeder Situation. Läßt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Auch im eigenen Leben kommt man mit etwas Distanz zu den alltäglichen Dingen meistens weiter. Wer sich nicht aufregt, kommt besser durchs Gelände.

Und Marie. Sie nennt sich selbst ein M.O.N.S.T.E.R. – Mittdreißigerin ohne nennenswertes Selbstbewusstsein, Trauschein, Energie und Reife. Vom Leben kaum eine Ahnung, aus der Bibel kennt sie höchstens ein Drittel der 10 Gebote, im Umgang mit ihrem Vater erscheint sie als eine im Leben zu kurz gekommene Göre. Und Jesus will sie sich angeln.

Der Roman ist kurzweilig, lässt sich gut in einem Rutsch an einem verregneten Sonntag durchlesen.

Ich vergebe 4 Anlis-Punkte.

 

 

Das nächste Buch im Lesestapel ist:

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From → Buch

2 Kommentare
  1. Das habe ich auch so weg gelesen. Leicht und gut verdaulich 🙂

    • Weil das Format sehr handlich ist, hatte ich das Büchlein einige Tage in der Jackentasche und habe in der Mittagspause oder wenn ich unterwegs war, bei einem Kaffee zwischendurch, gelesen.
      C.H.

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