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Raum

29. Dezember 2012

Auf  http://jargsblog.wordpress.com/2012/12/28/zitat-am-freitag-lao-tse-uber-die-leere/  findet sich ein Zitat von Lao-Tse: “Es ist der leere Raum, der die Schüssel nützlich macht!“
Wie dachten die abendländlichen Philosophen über den leeren Raum oder den Raum an sich.

In der Philosophie (Liebe zur Weisheit) ist „Raum“ von Anfang an ein zentrales Thema. Dabei hat sich der Begriff „Raum“ im Laufe der Geschichte verändert.

Platon macht es sich relativ einfach und definiert den „Raum“ als „platzbietendes Land“. Für Aristoteles hingegen ist der „Raum“ ein Ort. Dieser „Raum“ wird weder von einer Umfassung noch von einer Grenzziehung aus konzipiert, sondern von derjenigen Raumstelle aus, dem Ort, an dem sich Dinge, Menschen etc. befinden. Erst mit Euklid entsteht im 3. Jahrhundert v. Chr. ein Begriff des „Raumes“, der „Ort und Raum“ als konträre Alternativen erscheinen lässt.

René Descartes unterscheidet den „Raum“ als die ausgedehnte Sache von der unausgedehnten, der denkenden Sache. Im Rahmen griechisch-christlichen Denkens war es nicht möglich, den „Raum“ (Ausdehnung) von der Substanz (Materie) getrennt zu denken, ganz im Gegensatz zu der jüdischen Denktradition: Mit dem hebräischen Wort „makom“ wird etwas gemeint, das zugleich unendlich ist wie auch unteilbar. Wenn es aber unteilbar ist, kann „makom“ keine Materie sein, die ja augenscheinlich aus Teilchen besteht. Dieser Raumbegriff wurde Isaac Newton durch Henry More vermittelt. Newton benutzte fortan das Bild eines „unendlichen Raumes“.

Es ist maßgeblich Immanuel Kant gewesen, der Newtons Bild des „physikalischen Raumes“ in dem die Physik nach euklidischer Maßgabe funktionierte, zu dem bis heute am weitesten verbreiteten philosophischen Begriff des „Raumes“ erhob: der „Raum“ als eine Form der Anschauung des äußeren Sinns.

Ganz im Sinne der Relativitätstheorie, aber mit einer entsprechend anderen Zielsetzung ging Martin Heidegger davon aus, dass „Raum“ nur aus Zeit heraus verstehbar ist. Analog dem physikalischen Bild einer durch Materie beeinflussbaren Zeit. Zwischen den Weltkriegen war „Raum“  noch eine politische Kategorie. Ab den 1960er Jahren wird der „Raum“ zu einem Begriff für Architekten, Designer und Inneneinrichter.

Im Angesicht von Gagarins Raumflug sprach Emanuel Levinas davon, dass nun erstmals der „Euklidische Raum“ als Geometrie im Unendlichen erfahrbar wird und gleichsam als „Entortung“ begriffen werden kann.

Aber nicht nur reale „Räume“, sondern auch „virtuelle Räume“ des Traums und der Phantasie kommen in den Blick. Sie sind Erzeugnisse, die zwar subjektiv sind, aber mit ihrer poetischen Wirkung den „objektiven Raum“ darstellen.

Rein physikalisch erklärt ist der „Raum“

mathematisch als Koordinatensystem darstellbar (es gibt viele Möglichkeiten der Festlegung von Koordinatensystemen).

Um ein Koordinatensystem aber festlegen zu können, bedarf es materieller Bezugspunkte („Massen“). Darum auch wird vom „Raum“ als von einem nicht „direkt erfahrbaren Ding“ gesprochen. Der „Raum“ (Koordinatensystem) kann nur indirekt über materiellen Bezugskörper bestimmt werden.

Die Allgemeine Relativitätstheorie nähert sich im Ergebnis der Aussage: „ohne Massen kein Raum“. Der „Raum“, die Geometrie dieses Raumes, wird unter den gegebenen Umständen eindeutig durch die Massen bestimmt. Die Gravitation ist Ausdruck der „Krümmung des Raumes“, welche durch die Massen festgelegt ist.

In der Antike dominierten noch Raumvorstellungen, die sich eher mit der Nahwelt beschäftigten und sich entlang der Vorstellung vom griechischen Stadtstaat organisierten. In der Neuzeit erweitert sich der „Raum“ spätestens mit der Eroberung der „Neuen der Welt“ als Horizonterweiterung ins Unendliche.

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From → Allgemein

4 Kommentare
  1. Na ja manches mal sind es schöne Träume oder nicht so schön,meist habe ich sie Morgens sowiso vergessen.Wünsche dir einen schönen Tag.gruß Gislinde

    • Ich kenne von mir keine Träume. Entweder passiert mir das nicht oder es war nur trallala und ich habe es morgens wieder vergessen. Ich wünsche dir auch einen schönen Tag. Das Wetter sieht heute genau so aus.
      C.H.

  2. Ich träume, bunt und schillernd, aber auch traurig und verletzlich. Man sagte mir, das habe viel mit meinen Gaben zu tun, vor allem aber mit der Synästhesie zu tun, dass diese bunt sind.
    Und mir wurde auch erklärt, dass man Träume nur am nächsten Tag wieder weiß, wenn man kurz nach dem Traum aufgewacht ist, und sei es nur für Sekunden, und dann wieder einschlief.

    Für mich ist ein Raum, das Wort ist kahl und leer, weiß und es macht mir Angst. Ein Zimmer ist für mich wohnlich und lebbar….

    Ich wünsche dir ein gutes, ein achtsames, ein glückliches, ein Liebenswertes
    neues Jahr 2013 und wünsche dir ein achtsames Hinübergleiten
    ….lass 2012 gut zu Ende gehen. ….Luise ♥

  3. Ja, das wird’s wohl sein, weil ich offenbar nur aufwache, wenn ich ausgeschlafen habe. Meistens stehe ich anschließend sofort auf.
    Räume bedeuten für jeden etwas anderes, sei es der im Unendlichen denkende Philosoph, sei es die Frau, für die in jedem Raum ein Film über die fehlende Einrichtung abläuft, oder sei es der Freiraum, den jeder Mensch in irgendeiner Form sucht.
    Ich wünsche dir ein gutes, glückliches, deine Ziele erreichendes neues Jahr.
    C.H.

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