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Du sollst hoch kommen

5. Februar 2013

„Wer? Ich?“ „Ja, wer sonst. Gleich wenn du von der Besprechung zurück kommst“. „Zu wem?“, fragte ich vollkommen überflüssig. „Zu deiner Ex, oder ist sie dir so fremd?“, kam die Antwort.

Zu meiner Ex. Das sind fast Jahrzehnte her. Das zählt überhaupt nicht mehr. Das war ihre erste feste Stelle. Ich muss zugeben, sie ist ziemlich kommunikativ. Das ist heutzutage wichtig. Ein grober Überblick hat ihr immer gereicht. Zu sehr ins Detail? Nein, das wollte sie nie.

Jetzt hockt sie an einer Schaltstelle und ich soll auch noch hoch kommen. Sie könnte zu mir ins Büro kommen und gut Wind machen. Stattdessen lässt sie mir ausrichten, dass ich die Beine in die Hand nehmen soll. Ich wollte eigentlich zuerst in die Küche mir einen heißen Kaffee holen.

„Hallo Katrinchen! Was gibt es so dringend, dass du mich im Eingang abfangen lässt“? „Wie war die Besprechung. Hast du alles durchgesetzt? Ich nehme an, ja.“ „Natürlich! Wir verstehen unser Handwerk. Du bekommst doch sowieso in zehn Minuten die Notiz dazu. Deswegen muss ich doch nicht hier hochspringen. Was gibt es noch Frau Oberschachtel?“, fragte ich lachend.

„Wenn du mich ärgern willst, musst du mich siezen!“ „Ja, ja Frau Chefin. Ich bin ihr Diener, ihr Wunsch ist mir Befehl. Wird sofort erledigt, das weist du doch.“ „Keine schlechte Idee“, antwortete sie lächelnd. „Du musst den Neuen einarbeiten. Ab morgen früh ist er uns zugeteilt.“
„Welches Projekt gebe ich ab?“, lauerte ich auf eine Antwort. „Gar keines“ kam die bestimmende Antwort. „Du machst die Einarbeitung parallel zu deinen Projekten!“

So kann es einem gehen. Nichts bleibt einem erspart. Einen Frischling einarbeiten. Ich könnte mir im täglichen Einerlei etwas Besseres vorstellen.

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From → Leben

11 Kommentare
  1. Abwarten, wer weiß, wie sich die Dinge entwickeln! 😉

  2. In meinem letzten Job „durfte“ ich auch reihum gehende Lernende in unsere Abteilung einführen und ehrlich gesagt tat ich es überhaupt nicht gerne. Ich fühlte mich dabei immer behindert in meiner Arbeit, die ich anpacken und wegmachen wollte, anstatt lang drumrum reden. Manchmal stellte ich fest, dass es mir schwer fiel, bestimmte Tastenkombinationen auf der Tastatur zu erklären, die ich so automatisch machte, dass ich überlegen musste, wie die genau gehen.

    Ich glaube, sowas wird Leuten zuteil, die sich gut auskennen, ihre Arbeit sehr gründlich machen und in der Regel nicht aufmucken oder zu freundlich sind, um abzulehnen. Oder so…?

    • Einarbeiten ist wichtig. Ein Frischling hat durch seine Ausbildung die Sachkenntnis, er kennt nicht die Eigenheiten von Projekten, die die Sachkenntnisse so richtig interessant machen.
      C.H.

      • Es ist sehr wichtig und spricht für jede Firma, die sich darum ordentlich kümmert. Unterm Strich kann eine Firma nur gewinnen dabei.

  3. Tatsächlich? Gibt es das heute noch..jemanden einarbeiten, da habe ich wohl etwas verpasst.
    Alles Gute dir…
    Isis

    • Jedes Unternehmen hat seinen Stil und seine Vorstellungen. Jeder Auftraggeber seine Marotten. Eine Firma als Auftraggeber und eine Behörde als Auftraggeber sind zwei paar Stiefel.
      C.H.

  4. Einarbeitung ist schon sehr wichtig das A.und O. Wünsche einen schönen Donnerstag.Gruß Gislinde

  5. Die Einarbeitung der Neuen sollte von den besten ausgeführt werden.
    So kam man einem auch zu verstehen geben, wie Gut man ist.

    Christian

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