Skip to content

Waschanlage

29. Januar 2014

Samstags. Samstags ist Waschtag. Nicht wie anno Tobak, die Kinder im selben Badewasser, samstags in der Küche aufgestellt, und durchgeschrubbt. Nein, die Autowaschanlage.

Dort stehen sie auch Schlange. Nach vorhergehendem schlechten Wetter kann die Schlange ziemlich lang werden. Rechts die Warteschlange für die Normalwäsche, links die Schlange für die Schonwäsche mit sich bewegenden Lappen, anstatt sich drehenden Bürsten.

Langsam, ganz langsam geht es vorwärts. Ganz vorne, schon im Tunnel werden die Autos perfekt vorbereitet. Wie früher mit Handwäsche, seift das Personal den Wagen ein, spritzt mit der Sprühpistole wieder alles sauber, kümmert sich intensiv um die Felgen. Das muss sein.

Die wunderbaren, weitverbreiteten und für Viele ungemein wichtigen Alufelgen benötigen eine extra Portion Vorpflege. Die sollen ja glänzen. Und wie. Wenn die Sonne scheint, muss die Felge die Strahlen nach allen Seiten zurückwerfen und alles blenden.

Draußen müssen einige aus dem Wagen aussteigen, die Antenne abschrauben und eventuell die Spiegel manuell einkappen. Der Wagen rechts vor mir hat die Waschanlage ziemlich nötig. Der Fahrer aber auch. Mit solchen Schuhen im Auto, das kann nur eines bedeuten: Der Wagen ist innen so schmutzig, wie außen.

Aber so sind wir. Außen hui, innen pfui. Eigentlich müsste es doch umgekehrt sein. Wir sitzen doch innen drin. Wohlfühlen im Schmutz wird schwierig.

Hauptsache das Auto glänzt für die Fußgänger.

Advertisements

From → Leben

15 Kommentare
  1. Woher sind Dir die vorzeitigen Baderituale bekannt? Ich kenne und kannte genug „Herrenfahrer, wo Bananenschalen, Coladosen, Erdnussschalen und Alufolien am Fußboden im Auto liegen, und wenn man da mal notgedrungen mitfuhr, „Hab Dich nich so“ und mit einer flinken Handbewegung fiel der Müll vom Beifahrersitz auf den Boden. Auch schon mal so eine Pappe vom Döner oder Currywurst. „Das ist ein Gefühl von Freiheit“ habe ich mich aufklären lassen. Aber wenn Du Bus fährst oder S-Bahn – eine Menge Leute mit „Freiheitsdrang“

  2. Daher, traue nie einem Anzugträger;-)

    Liebe & saubere Grüße, Emily

  3. nixe permalink

    Igitt…in einem innen dreckigen Auto würd ich mich nie setzen, das ist mir wichtiger als der ganze Lack drumherum.
    Tja..und das mit dem Badewasser in der Küche hab ich auch kennengelernt – war schon witzig in der Blechwanne auf dem Küchenstuhl 😉
    Liebe Grüße
    Nixe

  4. Ich muss es innen wie draußen Sauber haben innen ist noch wichtiger.Wünsche einen schönen Abend liebe Grüße Gislinde

  5. Was liest du gerade Charles? Literatur zum 1. Weltkrieg?

    Mein Auto ist derzeit aussen so dreckig dass es eine Freude ist, es ist allerdings weiß und in die Waschstraße fahre ich sicher nicht, weils nach 5 Minuten wieder genauso dreckig ist.
    Innen ist es sehr sauber, da achtet das Kind drauf…grins.
    Also hier: außen pfui-innen hui, so solls sein.

    Duschen tun wir täglich gggggggg, auch mehrmals 🙂

    Liebe Grüße Sina

    • Ja, ich werde mich das ganze Jahr 2014 ausschließlich mit 14-18 beschäftigen. Dass ich das so mache, war mir schon vor drei, vier Jahren klar. Deswegen war ich auch über „1913“ von Florian Illies so enttäuscht. Das war nur eine Kulturschau für das Jahr 1913.

      Das Jahr vor dem Ersten Weltkrieg muss mit so einem großen Titel (1913) anders beleuchtet werden. In den Verlagen scheinen zu viele Stümper am Werk zu sein.

      Waschen, egal was, egal wen, ist immer wichtig.

      Liebe Grüße Charles

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: