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Kevinismus

11. November 2015

Menschen werden nach ihrem Aussehen bewertet und eingeordnet. Der sogenannte erste Blick ist entscheidend. Entscheidend in der Liebe, entscheidend für Einteilung in Sympathie und Antipathie. Das können wir wohl nicht ändern.

Die Schubladen müssen gefüllt werden. Vielleicht ist es auch ein urdeutsches Problem, dass der gemeine Deutsche ein hilfloser Trampel in der Welt ist, der eine klare Ausrichtung seines Lebens braucht. Das macht ihn sicherlich anfällig für Einteilung, Vereinsbildung und „Chef befiehl wir folgen“ Dasein.

Schantalle, Mandy und Kevin sind Namen, deren Träger als wenig intelligent eingeschätzt werden. Das kann man ungerecht finden, ist aber genauso wenig zu ändern, wie die Einteilung nach Aussehen. Auf die unappetitlichen Blondinenwitze muss nicht extra hingewiesen werden.

Namensurteile gibt es allerdings nicht nur bei „Unterschichtennamen“. Das Adelsnamenregister ist voll mit Anna, Leonore und Sophie. Und „modern“ werden diese Namen gerade wieder, wie die Statistiken der Taufregister zeigen. Der ostdeutsche Ronny wird dann auch vorläufig aussterben.

Auch Thomas Mann ordnete seine Literaturnamen nach sozialen Gesichtspunkten. Ein Kaufmann in den „Buddenbrooks“ bekam den Namen „Leberecht Kröger“ verpasst. Die Hausangestellte musste im „Zauberberg“ mit dem Namen „Schalleen“ vorlieb nehmen.

Schon vor zweihundert Jahren wurden die Kinder in niederen Schichten nach gut klingenden Namen aus fernen Ländern getauft.

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From → Allgemein, Leben

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