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Der Mensch wird Maschine

21. Januar 2016

Mathematiker fragten, ob Maschinen dereinst menschenähnlich werden können. Heutzutage geht es scheinbar um den umgekehrten Weg. Können wir Menschen programmiert oder maschinenähnlich werden?

Facebook hat bekanntlich in einem sozialen Experiment 700.000 Benutzer ein verzerrtes Bild von der Stimmung ihrer Freunde vorgesetzt. Die Technologiekonzerne sind scheins von der Idee beseelt, mit technosozialem Engineering menschliches Verhalten zu kreieren. Die Ergebnislisten von Suchmaschinen tun ihr Übriges. Sogar das Verhalten der Wähler kann durch diese Listen gesteuert werden, wie es der Verhaltenspsychologe Robert Epstein in einer Studie zeigte.

Die mathematische Formel zählt und regelt. Der Mensch wird zum laufend aktualisierten Internetprotokoll in einer Datenbank. 365 Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag abrufbar. Der amerikanische Fitnessbandhersteller Jawbone weiß sogar, in welcher Stadt die Menschen am spätesten ins Bett gehen (Moskau, 0 Uhr 46) und am wenigsten schlafen (Tokio, 5h 44m).

Der Entwickler David Rose hat den Prototyp der „Google Latitude Doorbell“ vorgestellt, die immer dann läutet, wenn sich ein Familienmitglied oder ein anderes eingestelltes Individuum nähert. Das geht halt nicht ohne Smartphone. In seinem Buch „Enchanted Objects: Design, Human Desire and the Internet of Things“ beschreibt er eine Computerdarstellung, die über Lichtgrafiken Trends und Stimmung unserer Lieben darstellt.

Es kann nur ein Ziel geben: den Menschen vollständig auszulesen.

 

DavidRose

Hardcover, 320 pages
Published July 15th 2014 by Scribner
ISBN  1476725632 (ISBN13: 9781476725635)

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From → Buch

9 Kommentare
  1. nixe permalink

    Furchtbar!

    • Du sagst es. Insgesamt machen wir uns über die Internetbenutzung zu wenig Gedanken. Gespräche am Tisch oder auf der Straße sind deutlich gefahrloser als im Internet

      • nixe permalink

        Das denke ich auch und schränke die Zugriffe so gut ein wie es nur geht..man betrachte Windows 10 kritisch.

  2. Eigentlich müsste man ja „gefällt mir nicht“ klicken, denn der gläserne Mensch ist schon sehr beängstigend. Ich glaube, ich habe einen weiteren Grund gefunden, warum ich kein Smartphone vermisse und mein Handy nur dienstlich nutze. Man muss sich auch um sein Verhalten im Internet noch viel mehr Gedanken machen.

    • Ich befürchte, dass nichts geheim ist. Nicht einmal das Bankgeheimnis. Von überall kann auf die Datenserver zugegriffen werden.
      Und die Nutzer von Facebook und Twitter wissen nicht was sie tun. Zu wichtig ist ihnen die Dauerkommunikation. Alle Schnüffler haben leichtes Spiel.

  3. Genau darauf läuft alles hinaus: Vollständige Transparenz und Kontrolle. Gerade habe ich erst noch einen interessanten Artikel darüber gelesen, dass „man“ mit Hochdruck daran arbeitet, das Bargeld abzuschaffen. Nur zu unserem Wohl, versteht sich ja von selbst. Doch der hat die Macht, der die Zahlungsströme lenken kann. Oder gut mit der Technik umgehen kann… Und die meisten Menschen sind so ahnungslos und öffnen alles. Gruselig!
    Liebe Grüße, Emily

    • Ja, echt gruselig. Wir können kaum noch agieren, nur reagieren. Wir könnten uns den Quäker in den USA anschließen und im 19. Jahrhundert leben. Das scheint aber keine Lösung zu sein.
      Mir ist nicht klar, wie wir Herr unserer Daten bleiben sollen.
      Und das Bargeld? Vielleicht sind die viel geschmähten Bitcoins doch einen ernsten Gedanken wert.
      Zurück in die „Zukunft“ gibt es wohl nur im Film.
      Liebe Grüße, Charles

      • Bitcoins nehmen längst eine ernst zunehmende Rolle ein. Im besten Fall können Finanztransaktionen nicht einmal nachverfolgt werden.
        Mmmh, vielleicht lässt sich aus einer Kaffeemühle und einem Feuerzeug doch noch etwas basteln?!
        Liebe Grüße, Emily

Trackbacks & Pingbacks

  1. Valentin | BOWMORE Darkest

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